Zum Inhalt springen

Schneeberger Feuerteufel kommt auch für verheerende Brandserie von 2011 infrage


Einer der spannendsten Kriminalfälle der Region scheint aufgeklärt – Polizei hat einen alten Bekannten geschnappt

Schneeberg. Am Ende waren es Kommissar Zufall und Bruder Leichtsinn, die den Brandstifter von Schneeberg womöglich zur Strecke gebracht haben: die eigenen Schuhe, der Schnee, die Sicherheit, in der er sich offenbar wog. Fühlte sich der junge Mann zum Schluss so sicher, dass er es nicht einmal für nötig hielt, die auffälligsten Spuren zu verwischen?

Verdächtiger schon mal im Visier

Seit Dienstag sitzt ein 17-Jähriger Junge in der Justizvollzugsanstalt Zwickau in Untersuchungshaft. 15.15 Uhr hatte ein Richter des Amtsgerichtes Chemnitz Haftbefehl erlassen. Der Junge soll für die Brände vom Sonntag in seinem Heimatort Schneeberg verantwortlich sein. Drei Gartenlauben wurden das Opfer der Flammen. Aber das ist es nicht allein. Bei dem Tatverdächtigen handelt es sich um einen sozusagen alten Bekannten der Auer Kripo. Als die verheerende Brandserie von 2011 die gesamte Stadt in Atem hielt, geriet auch dieser 17-Jährige in das Visier der Ermittler. Die Beamten waren sich ziemlich sicher, dass die 22 Brände mit einem Schaden von über einer Million Euro auf sein Konto gehen. Der Täter hatte es dabei nicht nur auf Lauben, Mülltonnen und Autos abgesehen, einmal mussten sich Menschen sogar aus einem brennenden Haus retten.

Ermittlungen ruhten

Nicht allein eine Verurteilung aus dem Jahre 2009, ebenfalls wegen einer begangenen Brandserie, hatte den jugendlichen Schneeberger verdächtig gemacht. Viele Indizien sprachen für seine Täterschaft, doch es gab keine Beweise. Das wusste wohl auch der ausgekochte Junge, der hartnäckig alles abstritt. Die Polizei ließ die Ermittlungen ruhen.

Doch jetzt gibt es offenbar eine Wende in diesem spannenden Kriminalfall. Am frühen Sonntagmorgen hatte es nach langer Zeit wieder einmal gebrannt. Als die Polizei unmittelbar nach der Alarmierung zu den Tatorten fuhr, lief ihr ein junges Pärchen über den Weg. Den Jugendlichen kannten die Beamten gut: Es war der 17-Jährige, den sie im Zusammenhang mit der Brandserie 2011 im Vernehmungszimmer sitzen hatten. Da werden sich die Kripobeamten schon ihr Teil gedacht haben. Am Tatort entdeckten sie im Schnee Schuhabdrücke – die verglichen sie mit den Spuren an jener Stelle, an der ihnen Minuten vorher das junge Pärchen begegnet war. Die Abdrücke stimmten überein, das reichte für eine Hausdurchsuchung. Eine Polizeisprecherin am Mittwoch: „Bei der Durchsuchung fanden die Ermittler Schuhe, deren Profil mit dem der gesicherten Spuren augenscheinlich übereinstimmte.“ Außerdem entdeckten die Beamten in der Wohnung illegale Feuerwerkskörper. Bislang machte der 17-Jährige keine Angaben zu den Vorwürfen. Es folgte der Haftbefehl. Das gleichaltrige Mädchen war geständig, kam auf freien Fuß.Alter Fall wird neu aufgerollt

Der Junge, der im Fall der schlimmen Brandserie von 2011 dringend tatverdächtig war – jetzt zieht sich die Schlinge immer weiter zu. Der Fall von damals wird noch einmal aufgerollt. Für Hinweise zur Brandserie 2011 ist immer noch eine Belohnung in Höhe von 3000 Euro ausgesetzt. Selbst wenn ihm die Brände von 2011 nicht nachgewiesen werden können, droht ihm wegen der Laubenbrände vom Sonntag eine Haftstrafe. Denn er steht wegen anderer Delikte unter Bewährung.

Quelle: Freie Presse Online

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: